Vorgehensweise Herstellung vom Sternrad

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Leitwolf01
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Vorgehensweise Herstellung vom Sternrad

Beitrag von Leitwolf01 » Di 19. Jan 2016, 15:53

Hallo Zusammen,

Nun bin ich schon einge Jahre dabei und man lernt ja nie aus ;) :D ABER auch ich habe noch Fragen. Wie in dem Betreff beschrieben, geht es mir und die Vorgehensweise zur Herstellung von Sternrädern.
Ich habe keine CNC Fräse und muss alles von Hand anfertigen. Bei den " mir Gedanken machen" bin ich auf die Frage bekommen, wie geht man in den einzelnen Schritten vor?! Ich denke das dieses Thema auch den "Neulingen" von Interesse sein können.

Fragen sind zb

* Welches Durchmesser muss ein Sternrad haben
* Wieviel zähne braucht ein Sternrad
* Baut man zuerst die Kette oder entwirft man zu est die Sternräder wenn man keinen Anhaltspunkt hat

Ich habe nun mal ein paar Fragen augeschrieben, die ein "Neuling" durchaus sich selbst oder auchh hier stellen kann. Natürlich ist das für mich auch interessant, denn jeder lernt ja von dem Anderen.

Vielleicht könnt Ihr ja mal zu den drei Fragen schreiben. Auch wenn vielleicht einige sagen das ist doch klar das ist doch logisch vielleicht es es eben nicht klar und nicht logisch!

LG Denis

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Re: Vorgehensweise Herstellung vom Sternrad

Beitrag von Pellengahr » Di 19. Jan 2016, 17:05

Hallo, Denis

>Welches Durchmesser muss ein Sternrad haben

Orientiere Dich an Deinem Vorbild. Alte Raupen hatten oft recht kleine Antriebszahnräder, die Größe war auch von Hersteller zu Hersteller verschieden. Heute sind die Zahnräder eher größer.
Es gibt darüber hinaus meiner Meinung nach zwei Grenzgrößen. Der kleinste Durchmesser wird vom angeflanschten Getriebemotor bestimmt, zwischen Kette und Motor soll noch etwas Platz sein, das setzt sich sonst zu schnell zu. Der größte Durchmesser ist meiner Meinung nach der Durchmesser der Laufräder.
Berücksichtige bitte auch, dass sich mit dem Durchmesser bei gegebenem Getriebemotor auch Geschwindigkeit und Kraft ändern; bei sonst gleichen Bedingungen erhältst Du mit einem kleineren Antriebsrad das kräftigere und langsamere Modell.

>Wieviel zähne braucht ein Sternrad

Kommt darauf an. Wie viele Zähne hat das Vorbild? Sind Deine Stege (und Spurbügel) so schmal wie beim Original?
Oft (grade beim Alfer-Profil) sind die Stege deutlich dicker als das vorbildlich sein sollte. Zwischen den Stegen müssen auch noch die Zähne genug Platz haben. Also haben sehr viele Modelle deutlich weniger Stege pro Kette und daher auch weniger Zähne als das Original. Die gröbere Teilung (wenn man damit optisch klarkommt) setzt sich nicht so schnell zu. Wenn also der Durchmesser (siehe oben) schon halbwegs feststeht und Du die Stegbreite kennst, wirst Du nicht mehr so wahnsinnig viel Auswahl bei der Zähnezahl haben, das ergibt sich.

>Baut man zuerst die Kette oder entwirft man zu est die Sternräder wenn man keinen Anhaltspunkt hat

Irgendeinen Anhaltspunkt hat man eigentlich immer.
Manchmal hat man auch schon ein Modell, für das man eine neue Kette bauen will, da orientiert man sich natürlich am vorhandenen Zahnrad. Bei meinen Eigenbauten gab es eigentlich auch immer erst das Zahnrad. Die Kettenteilung ermittle ich immer durch ein Versuchsstück. Ich benutze dafür die original-Bänder und klebe die Stege (mit Kettenführung) mit einem wieder ablösbaren Kleber auf. Wenn Du ein Teststreifen machst, der einmal um das Zahnrad reicht, reicht das. Das Ein- und Auslaufen der Kette muss man damit auch ausprobieren. Die Zähne sollten nicht die ganzen Stegabstände ausfüllen, ein bischen Spiel sollte da noch sein, sonst verklemmen sie sich zu leicht. Wenn Du so die Teilung gefunden hast, dann bau Dir dafür eine Schablone oder mess das aus und zeichne es an. Die Kettenteilung muss ziemlich konstant sein, ganz leichte Abweichungen werden durch das grade beschriebene Spiel aufgenommen.

Beste Grüße

Jürgen Pellengahr

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Re: Vorgehensweise Herstellung vom Sternrad

Beitrag von Leitwolf01 » Mi 20. Jan 2016, 15:19

Hallo Jürgen,

Vielen Dank für Deine Ausführungen! Das hat mich in der Planung und Zeichnungen der Laufräder und des Sternrades weiter gebracht. Könnte ich eine Kette die ich im Maßstab 1:1 habe als Plan runter gerechnet in 1:12 bauen, wenn ich das Sternrad aus dem Maßstab 1:1 auch auf 1:12 umsetze??? Oder ist meine Denk/ Handlungsweise einfach falsch??

LG Denis

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Re: Vorgehensweise Herstellung vom Sternrad

Beitrag von Pellengahr » Mi 20. Jan 2016, 18:22

Hallo, Denis

Theoretisch ist das völlig richtig. Wenn Du ALLES maßstäblich verkleinerst, passt das auch zusammen.
In der Praxis gibt es aber Abweichungen, weil man eben NICHT alles maßstäblich richtig hinbekommt. Dicke und Biegeeigenschaften der Bänder oder die Abmessungen der Spurbügel fallen mir da ein. Das führt dazu, dass die Teilung nicht genau passt (weil die Mittellinie der Bänder in einem abweichenden Abstand um die Zahnräder laufen). Der Unterschied muss nicht groß sein, als erste Näherung ist das sicherlich brauchbar.
Mein Tip ist, orientiere Dich bei den Zahnräder an Deiner Vorlage. Achte darauf, dass der Durchmesser zwischen den in meinem letzten Beitrag angegebenen Größen liegt und dass die Stege sicher zwischen die Zähne passen. Finde wie beschrieben die Kettenteilung heraus. Bau erst dann, wenn Du sicher bist, dass Kette und Zahnräder zusammen passen, die Kette. Der Stegabstand (Kettenteilung) ist die ausschlaggebende Größe wenn die Stege zwischen die Zähne passen.
Du solltest Dir auch in der Planung schon ansehen, wo die Radführungen innen herlaufen, nicht dass da der Getriebemotor oder ein Längsträger im Weg ist.
Wenn Du zugelastische Bänder (also ohne Verstärkungsfasern) nimmst, ändert sich die Länge und damit die Kettenteilung mit der Kettenspannung. Du solltest beim Ermitteln der Kettenteilung also auch etwas Zug auf die Bänder geben. Der Effekt wird aber nicht so groß sein.


Beste Grüße

Jürgen Pellengahr

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